Liebe Interessierte am Nach-Denk-Brief!​​​​​
Liebe Freundinnen und Freunde!

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es glänzt auch nicht alles, was Gold ist.

(Friedrich Hebbel)

Das „goldene Kalb“! Ein Musterbeispiel dafür.
2 Mos 32,4 Und Aaron nahm die Ringe von ihren Händen und formte das Gold und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben! … 30 Am nächsten Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem HERRN, ob ich vielleicht Sühne erwirken kann für eure Sünde. 31 Als nun Mose wieder zu dem HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich Götter von Gold gemacht.

Vermutlich fallen Ihnen auch die Gaben der Weisen ein: Mt 2, … sie taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
1 Petr 1, 6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als vergängliches Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus … 18 ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, 19 sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Auch das glänzendste und reinste Gold kann nicht aufwiegen, was Christus für uns getan hat.

Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.

Wer jemals Latein gelernt hat, kennt diesen Satz vermutlich bis an sein Lebensende auswendig: Aus den Metamorphosen des Ovid: „Als erstes entstand das Goldene Zeitalter, das ohne strafenden Richter freiwillig, ohne Gesetz Treue und Recht pflegte“.
Wenn Menschen allein aus sich heraus das Leben gestalten können, für Recht und Ordnung sorgen und ohne strafende Maßnahmen auskommen, dann ist das eine goldene Zeit. Gibt das nicht zu denken, angesichts der Vorschriften- und Regelwut unserer Tage. Nur ja nichts will man dem Zufall überlassen, nichts dem Selbstregulativ.
Dabei, wenn wir die Bibel ernst nehmen, lesen wir, dass unser Fehlverhalten eben nicht einmal mit Gold aufzuwiegen ist. Die einzige Rettung in einen Urfrieden mit Gott und der Welt und letztlich mit uns selbst, schenkt uns Christus.
Ein Gemälde Lukas Cranachs d. Ä. mit dem Titel „das Goldene Zeitalter“ zeigt tanzende Menschen im Paradies, die voll Vertrauen zu einander und zu Gott leben, in völliger Eintracht mit der Natur. Was die alten Griechen und Römer als das Idealbild paradiesischer Zustände lobten, war anderen ein Beispiel für Kultur- und Fortschrittsfeindlichkeit. Der idealisierte mythische Zustand spiegelt eine Gesellschaft ohne Zivilisation wider, in der Menschen und Tiere in völliger Harmonie verbunden sind.

Vielleicht aber sollten wir uns an die alte Spruchweisheit unserer Bibel halten:
Spr.8,10 Nehmt Unterweisung lieber an als Silber, und Erkenntnis lieber als auserlesenes Gold!
und Spr.3,14 besser ist der Erwerb von Einsicht als der von Silber, und ihr Besitz ist mehr wert als Gold.
Spr.16,16 Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber.

Eure

Ingrid Vogel